Update zur Schwangerschaft

Zu aller erst möchte ich sagen, dass ich unglaublich dankbar bin, dass ich meine Schwangerschaft so bewusst erleben darf. Ich habe die Möglichkeit mir soviel Zeit einzuräumen, wie ich es zu den unterschiedlichen Phasen der Schwangerschaft brauche. Ich habe Unterstützung im familiären und Freundeskreis. Ich habe verständnisvolle Arbeitskollegen und Vorgesetzte und vorallem einen Partner der mich in dieser ganz sensiblen Phase des Frauseins supportet und sein lässt. Mir ist bewusst, dass dieses Privileg vielen Frauen nicht gegeben ist und möchte hier niemanden triggern oder kränken – geschweige denn meine Erfahrungen und Vorgehen als das einzig wahre oder erstrebenswerte zu bezeichnen. Es ist einfach mein ganz persönlicher Weg, der sich mir geboten hat und für mich stimmig ist. 

Nicht nur in dieser Lebensphase, sondern allgemein auf sämtliche Erfahrungsräume des menschlichen Daseins gilt für mich die Überzeugung: Jeder bekommt die Herausforderungen oder Chancen gestellt, die er oder sie gerade braucht. Egal ob sie leicht oder schwer fallen, sie sind immer genau richtig für diese Person und früher oder später wird einem das Learning daraus verständlich. Wir können sicherlich einiges im Außen dazu beitragen, dass eine Erfahrung einer bestimmten Lebensphase angenehmer verläuft und auch maßgeblich durch unser Mindset beeinflussen, doch ein gewisser Anteil ist immer vorherbestimmt und unumgänglich vorgegeben. 

Mit allen persönlichen Berichten in meinem Texten möchte ich, wenn überhaupt, dazu inspirieren, etwas Optimismus, Vertrauen und positive Gedanken in eure bevorstehenden Ereignisse zu integrieren. 

Heute soll es eben speziell um das wundervolle Kapitel Schwangerschaft des weiblichen Daseins auf Erden gehen. Was jedoch auch den ein oder anderen Mann unter meinen Lesern inspirieren könnte. 

Ich bin mittlerweile in der 31. Schwangerschaftswoche (sprich 8. Monat), der Bauch wächst und das Kind ist erstaunlich aktiv. Uns beiden geht es größten Teils sehr gut. Natürlich gibt es hier und da Erschwerlichkeiten wie Rückenschmerzen, Sodbrennen, Schwindel oder Müdigkeit, doch im Großen und Ganzen kann ich mich nicht beschweren. Ich genieße nun schon seit knapp 2 Monaten den täglichen Kontakt mit meinem Kind in Form von Kindsbewegungen. Ich hatte keine Vorstellung davon wie häufig und intensiv diese zu spüren und sehen sein werden. Es ist ein schönes Gefühl, das Leben in mir zu spüren aber hin und wieder auch ein unangenehmes Gefühl, dass mich vorallem nachts häufig weckt oder wachhält. Ich kann gar nicht anders, als meine Hand auf den Bauch zu legen und durch Streicheln oder mit Worten auf das Kind zu reagieren, damit es auch jetzt schon das Vertrauen entwickelt: Du wirst „gesehen“ und wahrgenommen – Ich reagiere auf dich und spüre hinein was du/ich brauchen. Häufig frage ich mich, was da drin los ist. Ist da einfach jemand wach geworden und hat einen Bewegungsdrang, möchte jemand Aufmerksamkeit und erinnert mich daran mal für einen Moment innezuhalten, oder gibt es ein Bedürfnis nach Essen oder Trinken. Denn nicht selten merke ich in diesen Momenten: ‚Hoppla, ich habe lange nichts getrunken‘ oder ‚ich sollte mal etwas essen‘. Manchmal erzähle ich auch einfach davon, was ich gerade mache oder mit wem ich da gerade spreche, wenn er sich mitten im Geschehen bemerkbar macht. „Ja, das ist deine Oma die du da gerade sprechen hörst“ oder „Du brauchst keine Angst zu haben, dass ist ein Gewitter. Wir sind sicher im warmen Bett und hören nur den Lärm des Donners“.  Denn es ist ganz klar zuordbar, dass das Kleine reagiert, wenn ich  selbst aufgeregt, traurig, erschrocken oder erfreut bin. Starke Emotionen nimmt es definitiv war und durch die Kindsbewegung nehme ich sie wiederum selbst war und erkläre sie dann in Form von Selbstgesprächen auch oft schon dem Kind. Man kann ja nie früh genug damit anfangen, dem Kind Gefühle zu erklären 😉

Seit Anfang August besuche ich einen Schwangerschafts Yoga Kurs zur Geburtsvorbereitung. Neben Austausch mit anderen werdenden Mamas, geht es dort vorallem darum, den Körper auf die Geburt vorzubereiten. Beckenbodentraining, Hüftöffner, Rückenstabilität und Entspannungs- sowie Atemtechniken üben. Besonders spannend fand ich bisher die sogenannten ‚Wehensimulationen‘. Dabei setzen wir den Körper in eine Stresssituation (z.B. 5 Minuten die Arme auf Schulterhöhe hochhalten) und versuchen durch bewussten Atem und positives Mindset mit dem „Schmerz“ oder der „Unannehmlichkeit“ zurecht zu kommen. Denn auch wenn eine echt Wehe maximal 1:30 Minuten andauert, muss ich auch da in der Lage sein, den vermutlich viel größeren Schmerz wegzuatmen. Ich habe während den Übungen gemerkt, dass mein jahrelanges Leiden unter Periodenschmerzen endlich etwas Gutes hatte. Denn ich bin geübt darin, meine körperlichen Unannehmlichkeiten durch Atmung, Bewegungen oder positive Gedanken zu regulieren. Ich weis durch  meine Arbeit mit der Hypnose wie kraftvoll Gedanken wie „Du bist in Sicherheit“, „Dein Körper ist von Natur aus dafür ausgelegt das zu schaffen“, „Es ist leicht und angenehm“ oder „Du machst das fantastisch“ sein können und das körperliche Empfinden maßgeblich beeinflussen können. Ich erlaube mir schon jetzt in der Schwangerschaft, dass alles da sein darf, da ich weis, dass es dazu gehört. Ich bereite mich darauf vor, dass ich während der Geburt vielen unvorhersehbaren Momenten gestellt sein werde und spreche mir zu im vollen Vertrauen zu sein und das mein Körper das kann. Unterstützt werde ich dabei von den Hypnoseaudios von Kristin Graf und ihrem Geburtsvorbereitungskurs „Die friedliche Geburt“. Denn wer hätte es gedacht, ich habe vor Hypnobirthing zu machen. Sprich, während der Geburt im hypnostischen Trance Zustand zu sein. Wer sich dafür interessiert, sollte sich Kristin Graf auf jedenfall mal anschauen. Eine der ersten Hypnosen die ich regelmäßig angehört habe war zum Thema „Traumgeburt“. Ich sah immer wieder meine Traumgeburt vor meinen Augen und habe mich hineingespürt wie es sein wird. Das stärkt tief im Unterbewusstsein das Vertrauen in genau so einen Geburtsverlauf. Denn die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Wer ängstlich den Gefahren und Problemen einer Geburt entgegensieht, wird sich sehr wahrscheinlich auch mit Angst und Sorge im Geburtsprozess wahrnehmen – was wiederum den friedlichen und natürlichen Fortschritt der Geburt behindern kann. Wer optimistisch (aber aufgeklärt und wertfrei vorbereitet auf alle Eventualitäten) auf den Prozess blickt, wird sehr wahrscheinlich auch mit mehr Ruhe und Vertrauen auf die unterschiedlichen Phasen und Herausforderungen während der Geburt reagieren können. Ich hatte den enormen Vorteil, dass ich mich schon seit Jahren in Selbsthypnose bringen kann und somit schnell klare Bilder erhalten und tiefe Verbindungen zum Kind aufbauen konnte.

Neben den körperlichen Veränderungen und Vorbereitungen gab und gibt es in meiner Schwangerschaft auch einige emotionale Herausforderungen. Die Schwangerschaftshormone kicken manchmal ganz schön rein und sorgen zu Reibungen in der Beziehung mit meinem Partner. Nun habe ich schon erwähnt, dass ich mich mit Michael sehr glücklich schätzen kann, da er sehr reflektiert gegenüber seiner Gefühle ist, mich sehr supportet und gut lesen kann und sogar schonmal eine Schwangerschaft einer Partnerin erlebt hat. Er ist vielleicht in der ein oder anderen Situation spontan überfragt und verwirrt, doch wir schaffen es immer wieder in den Austausch zu gehen, unsere jeweiligen Bedürfnisse zu erklären und Dinge als gegeben anzunehmen. Ich bin nun mal manchmal aus heiterem Himmel sehr traurig und antriebslos und möchte einfach alleine sein. Im nächsten Moment suche ich Nähe und fühle mich schnell abgelehnt. Dann wiederum kann ich Nähe gar nicht ab und stoße ihn beinah harsch von mir. Wenn ich in einem Moment aus dem Lachen kaum raus komme, bin ich im nächsten Moment genervt und zickig. Vielleicht frage ich ihn einfach mal wie es für ihn tatsächlich war, doch ich würde sagen er steckt das ‚Gentlemen-Like‘ weg, lässt mich sein, fühlt sich ein in das was ich gerade brauche, aber erlaubt sich auch (wenn er dem gerade nicht gerecht werden kann oder will) Raum für sich zu nehmen. Er nutzt die Zeit bevor wir Eltern werden immerhin gerade auch für seine Themen. Mehrere Tage und Nächte war er in Österreich bei einem Schamanen, um in wundervollen Zeremonien alte Themen aufzuarbeiten um sich ganz seinem neuen Lebenskapitel öffnen zu können. Zu Hause produzierte er wieder Musik oder betreibt Sport. Wir geben uns einfach beide viel Raum und sind dennoch füreinander da, da wir uns entschieden haben als Team/gemeinsam dieses Kapitel Baby anzugehen und dann voll und ganz da zu sein. Ich freue mich, dass er bereit ist und es ihm möglich ist, die ersten 6 Lebenswochen unseres Kindes voll zu Hause zu sein, was für unser Familienbonding besonders wertvoll sein wird.  

Um meinen Verstand und Intellekt vorzubereiten waren die letzten Wochen natürlich auch geprägt von dem typischen Nestbauverhalten. Babybasare und Flohmärkte wurden mein neues Hobby und ich kann jeder werdenden Mama nur raten sich dort einzudecken. Es ist nachhaltig die Kleidung (die zum Teil ungetragen verkauft werden) weiter zu nutzen und wesentlich günstiger als in den Geschäften. Die Stoffe sind mehrfach gewaschen, wodurch sämtliche Chemikalien bereits entfernt wurden und im Austausch mit den Mamis an den Ständen, kann man noch mal so einige Tipps und Tricks erfahren. Besonders darüber, was man wirklich am Anfang alles braucht und was wieder mal nur Marketing ist. Zudem habe ich mein Schicksal, erst Mitte 30 Mama zu werden, mittlerweile als Segen abgestempelt, denn erstens bin ich in dem Bewusstseinszustand in dem ich eben heute bin und kann dem Kind viel mehr bieten als mit Mitte 20 und zweitens haben beinahe alle meine Freunde bereits Kinder und sind froh ihre Sachen loszuwerden. Ich wurde beschenkt oder habe die Möglichkeit bekommen, an unglaublich überteuerte Babysachen wie Kinderwagen und Bettchen, günstig ran zu kommen. 

Neben dem materiellen Vorbereitungen für das Kind, haben wir uns auch frühzeitig um alle Formalitäten gekümmert. Elternzeit und -geld, Erstehilfe Kurs am Säugling, Recherche bzgl. eines geeigneten Kinderarztes usw. Denn ohne diese lästigen Themen im Hinterkopf kann ich mich einfach viel besser auf mich, meinen Körper und mein Baby fokussieren. Ich habe versucht alles Unangenehme frühzeitig und in energiereichen Phasen abzuarbeiten, damit ich viel Zeit für schöne Dinge haben, die mir Kraft geben. Ich habe dafür aber auch zu vielen Dingen „Nein“ gesagt. Ich war mir nicht zu schade mich krank zu melden wenn ich Pause brauchte oder um Hilfe zu bitten. Ich habe Verantwortungen abgegeben die ich einfach gerade nicht fühle und auch meinen Kunden ehrlich abgesagt, wenn ich keine Kapazitäten für ihre Themen hatte um meinem Therapieanspruch ihnen gegenüber gerecht zu werden. Das war nicht immer einfach und sorgte auch für den ein oder anderen Gewissenskonflikt – dennoch würde ich es genau so wieder machen.  

Und letztlich durfte auch ein Babybauch-Fotoshooting nicht fehlen, um die Erinnerungen an diese magische Zeit festzuhalten. Meine „Babyparty“ in Form von Motherblessing und Qualitytime unter Frauen steht im Oktober noch an und ich bin sehr gespannt was meine Freundinnen sich dafür haben einfallen lassen. 

Im Großen und Ganzen ist das alles, was ich mit euch teilen wollte, denke aber gerade, dass es für viele vielleicht noch interessant sein könnte, wie ich mit dem Thema Ernährung umgehe. Das gehe ich tatsächlich sehr intuitiv an. Ich weis, was ich essen darf und was ich meiden sollte. Ich weis grundsätzlich welche Lebensmittel mir gut tun und bin darüber informiert, was ich besonders jetzt zu mir nehmen sollte. Ich bin da allerdings alles andere als streng. Ich habe sowie so schon immer einen recht gesunden Lebensstil ohne zu viel Zucker, Alkohol oder Zigaretten und ernähre mich ausgewogen und natürlich. Das führe ich weiter. Und wenn mein Körper nach Schokolade schreit oder Limonade verwehre ich es ihm aber auch nicht. Ich habe vor die letzten Wochen vor der Geburt noch reduzierter Zucker zu konsumieren, da ich mich in das Thema tiefer eingelesen habe und weis, dass es sich positiv auf eine natürliche und teilweise schmerzfreiere Geburt auswirkt. Aber auch da finde ich muss jede Frau selbst in sich spüren und entscheiden, was für sie stimmig ist. Ebenso mit dem Thema Untersuchungen während der Schwangerschaft. Ich kenne meinen Körper sehr gut, weis dass ich keine Vorerkrankungen habe, vertraue auf die Aussagen der Hebamme und Frauenärztin nach Routineuntersuchungen und checke immer wieder bei mir selbst und dem Kind ein. Ich habe danach immer entschieden sämtliche Zusatzuntersuchungen zu unterlassen ohne streng gegen diese zu sein. Bei Verdachtsmeldungen wäre ich sofort bereit gewesen. Doch laut dem Buch „Artgerecht“ von Nicola Schmidt (das ich auch wärmstens Empfehlen kann) sorgen diese „Diagnosen“ häufig nur zu mehr Unsicherheit, unnötigen Folgeinterventionen oder stören sogar den natürlichen Entwicklungsprozess des Babys.

Bitte informiert euch aber alle selbst zu all diesen Themen und versteht meine Herangehensweise nicht als einzig richtige oder feste Stellung. Jede Frau, jede Schwangerschaft und jedes Kind ist einzigartig und mir liegt es immer am Herzen, dass sich jeder informiert, in sich spürt und für sein Bestes entscheidet. Und das kann nunmal nur die Frau selbst wissen und sollte sich niemals zu sehr von Dritten beeinflussen lassen. 

Auch wenn es aussieht, als bestände mein Leben nur noch aus Babythemen und Schwangerschaft, bereiten wir tatsächlich auch noch unsere Hochzeit im Oktober vor. Nachdem wir ursprünglich lediglich standesamtlich im kleinen Kreis Ja sagen wollten um irgendwann ein größeres Fest nachzuholen, haben wir uns nun doch dazu entschieden, nach der Trauung im Standesamt mit der engsten Familie und Freunden eine gemütliche Feier zu machen. Zum Teil klassisch (im weißen Kleid, mit Fotografin, Ringen und Buffett) und zum Teil ganz untypisch aber passend für uns mit lediglich einer Playliste ohne Tanz und DJ bis maximal 24 Uhr, einem Lagerfeuer und Lichterketten und warmen Getränke, naturnah und ohne alberne Spiele oder Hochzeitstorte. Ich weis es zu schätzen wie sehr Michael meinen ursprünglich doch sehr Prinzessinnenhaften Vorstellungen einer Hochzeit entgegenkommt und wir dennoch unserem heutigen Lebensstil und Überzeugungen treu bleiben und nicht alles mitmachen, nur weil die Gesellschaft oder Verwandtschaft das erwartet. Immerhin bin ich dann auch hochschwanger und möchte den Tag entspannt miterleben ohne im Anschluss total erschöpft zu sein. 

Zum Abschluss gewähre ich euch noch einen kleinen Einblick in unser Fotoshooting und bedanke mich hier nochmal für alle Glückwünsche, die mich nach der letzten Post von Claudi bis heute erreicht haben. Ich freue mich sehr, dass du meine Zeilen so aufmerksam liest.