Praxiseinblicke – Vergebung

In diesem “Praxiseinblick” möchte ich dir das Thema Vergebung näher bringen und aufzeigen wie wichtig es im Laufe meiner therapeutischen Begleitungen ist. Schon oft durfte ich feststellen, dass es früher oder später darum geht, sich selbst oder einer oder mehreren anderen Personen zu vergeben – auch wenn meine KundInnen ursprünglich mit einem anderen Thema zu mir kamen.

Bevor ich dir von einer Sitzung in meiner Praxis erzähle, möchte ich genauer auf die Bedeutung von Vergebung, sprich auf das Wort selbst eingehen. Allgemein denken wir dabei an sich entschuldigen, jemanden verzeihen und Frieden schließen. Daran einer anderen Person eine Tat oder Worte zu vergeben. Das fällt uns besonders dann schwer, wenn es darum geht Dinge zu vergeben die in der eigenen Wahrnehmung unverzeihlich sind. Dinge die man nicht gut heißen kann. Dann ist nämlich auch der verbundene Schmerz und die Verletzung größer und nicht selten dauert es Jahre um Ärger, Groll, Enttäuschung und Abneigung wieder abzulegen. Woran wir bei Vergebung jedoch nicht denken ist die Tatsache, dass wir nicht vergeben um damit fremde Taten oder Worte gutzuheißen und Jemandem die Schuld zu nehmen, sondern um uns selbst emotional von dem Geschehenen zu befreien. Wir geben uns selbst unsere Freiheit zurück – sorgen dafür, nicht mehr an die Person und die Geschehnisse gebunden zu sein. Es ist doch so, solange du noch sauer auf eine Person bist, dich deren Verhalten kränkt und die Vergangenheit dich plagt – du ihr also nicht vergeben hast –  du dieser Person weiterhin Macht über dich gibst. Die Macht deine Gefühle und Emotionen zu beeinflussen, auch wenn es nur indirekt ist. Wenn dessen Tat jedoch für dich so schwer ist zu vergeben, dann hat diese Person es doch erst recht nicht verdient immer noch so stark auf dein Leben Einfluss zu nehmen, richtig? Vergebung ist also viel mehr ein Prozess den du für dich selbst machst. In deinem Inneren. Aus diesem Grund kann man einer Person auch vergeben ohne ihr direkt gegenüber zu stehen und die Worte der Vergebung auszusprechen. Wir können vergeben ohne dabei das Verhalten oder die Tat des Anderen gutzuheißen.

Diesen Prozess können wir auf unterschiedlichste Art angehen: Meditation, Rituale, Therapiegespräche, Aufstellungsarbeit, Tagebuch schreiben usw. Meine Methode ist die Hypnosetherapie. Denn in Trance gelangen wir viel einfacher an unser Unterbewussstsein – unsere Gefühlswelt. Wir können in unserer Vorstellung Vergebungsrituale durchführen und den Menschen gefahrlos gegenüber treten denen wir vergeben wollen. Wir können unsere damit verbundenen Gefühle deutlicher spüren und verstehen. Können nicht nur gedanklich – rein vom Verstand vergeben wollen, sondern tief im Innern vergeben und wirklich loslassen, da wir den Schmerz der Seele zur Heilung bringen können. In diesen Vergebungsprozessen ist es nicht nur erstaunlich wer plötzlich alles auftaucht und mit in den Zusammenhängen des ursprünglichen Problems verwickelt ist, sondern auch was wir uns alles selbst vergeben dürfen. Denn bevor wir anderen Personen vergeben können, müssen wir erst einmal uns selbst vergeben. Zum Beispiel, dass es überhaupt dazu kommen konnte, da wir damals nicht anders agieren konnten oder, dass wir diese Last nun so lange mit uns getragen haben ohne zu handeln.

Vor Kurzem hatte ich wieder einmal so eine Sitzung die meine Klientin überrascht hatte. Sie rechnete fest damit ihrem Opa in Trance zu begegnen, gesehen hat sie dann jedoch ihre Mutter und ihre Oma. Da ich das Vergebungsritual offen gestaltete, indem ich danach gefragt habe wem das Unterbewusstsein heute bereit ist etwas zu vergeben, kam es anders als erwartet. Themen die nicht direkt mit dem ursprünglichen Problem aber dennoch damit in Verbindung gebracht werden konnten, waren scheinbar in diesem Moment wichtiger. Vielleicht waren sie ein erster Schritt um die Grundsteine zu legen in einer weiteren Sitzung an den Kern heran zu gehen. Ich rate meinen KundInnen immer ihrem Unterbewusstsein/ihrer Intuition zu folgen und nichts zu erzwingen. Es gibt immer einen Grund wieso etwas kommt wie es kommt. Wir haben einen eingebauten Schutzmechanismus, der genau weis was er uns zumuten kann und was nicht. Daher fühlte es sich stimmig an, dass wir spontan an zwei anderen Beziehungen gearbeitet haben. Diese Begegnungen führten meiner Kundin etwas vor Augen, dass sie in ihren Gedanken bislang im Bezug mit ihrem Problem außer Acht gelassen hatte und half somit den Heilungsprozess voran zu bringen. Sie wirkte nach der Hypnose friedlich und dankbar und konnte auch sich selbst so einiges vergeben.

Ohne zu wissen wie es mit ihr weiter geht, fand ich diese eine Sitzung schon so wertvoll und vielversprechend, dass ich sie unbedingt mit dir teilen wollte. Mir ist wichtig dir verständlich zu machen, wie wertvoll und vielseitig Hypnosetherapie einsetzbar ist. Wie schnell und wirkungsvoll diese Herangehensweise ist und welchen Nutzen sie dir bringen kann.

Wenn du neugierig geworden bist und/oder dich durch diesen Bericht angesprochen gefühlt hast, dann schreib mir gerne und lass uns erst einmal ganz unverbindlich über deine Themen sprechen.